Pflegekongress

admin am 16. Februar 2007 um 12:56

Vom 07.-08. Februar fand in Bremen der erste Dementia Fair Congress statt. Von der großen Anzahl an Teilnehmerinnen und Teilnehmern können andere pflegebezogene Kongresse nur träumen: Mehr als 1400 Personen nahmen teil.

Was war das Erfolgsrezept? Die Ursprünge des Kongresses gehen auf das Engagement eines betroffenen Angehörigen (Tim Siggelow) zurück, der mit einem großen Aufwand dafür sorgte, dass hier interdisziplinäres Wissens ausgetauscht werden konnte. Schon dieser Ausgangspunkt lässt den Anspruch des Kongresses glaubwürdig erscheinen: Hier geht es nicht um Verbands- und Berufsinteressen, sondern um die Betroffenen selbst. Das der Kongress nicht von einem Pflegeverband und einem Ärzteverband ausging, hatte zwei wesentliche Vorteile: Der interdisziplinärer Austausch wurde gefördert und einseitige Darstellungen von Therapiekonzepten unterblieben. Auch hinsichtlich der Referierenden gab es eine gute Mischung aus Praxis und Forschung.

Ein weiteres Erfolgrezept war sicherlich die Eingrenzung auf ein Themengebiet. Die Geschichte der deutschen Pflegekongresse ist voll mit blumigen Titeln und kaum passenden Inhalten, die nur durch weite assoziative Verbindungen mit dem Titel in Verbindung zu bringen sind.   Erinnert sei hier nur an den Münchener Pflegekongress 2006 mit dem Titel “ZUKUNFT SUCHT WEG”, bei den man auch an einen Kongress für Abhängigkeitsprobleme denken könnte. Solche Worthülsen lassen Pflegekongresse zu einer Wundertüte verkommen, bei der man nicht weiss was drin ist. Die Anzahl an Beiträgen, die einen selbst bei solchen Sammelsurienkongressen ansprechen, ist gering und vermutlich erklärt sich dadurch auch die geringe Teilnahme, gerade der Pratikerinnen und Praktiker.
Ein weiterer Pluspunkt des Dementia Fair Kongresses waren die günstigen Eintrittspreise: Das Honorare für vermeintlich honorirge Redner gab es ebenso wenig, wie ein üppiges Buffet für die Teilnehmenden. Damit blieben die Kosten auch für die Praktikerinnen und Praktiker erschwinglich.

Sicherlich ein lohnendes Konzept und eine gelungene Organisation, die ein Vorbild für weitere solche Veranstaltungen sein sollten.

Pflegewissenschaftsprofessur an der EFH in Darmstadt

admin am 31. Januar 2007 um 13:37

Die EFH Darmstadt ist um eine weitere Professur für Pflegewissenschaft bereichert worden. Herzlichen Glückwunsch an Prof. Dr. M. Schilder zur erfolgreichen Hausberufung.

Doktortitel für Pflegende

admin am 27. Januar 2007 um 10:40

In der Februar-Ausgabe des “Journal of Clinical Nursing” stellt Jeremey Jolley unter dem Titel “Choose your doctorate” die Promotionsmöglichkeiten in England dar. Für alle, die sich als Pflegende mit dem Gedanken an eine Promotion tragen, ein wichtiger und empfehlenswerter Artikel. Viele der dort gemachten Überlegungen sind auch auf deutsche Verhältnisse zu übertragen: Es gibt nicht nur eine Vielzahl von Abschlüssen (Dr. phil, Dr. rer. curae, Dr. sc. hum etc.), von unterschiedlichen Promotionsprogrammen und Studienorten, sondern durchaus unterschiedliche Qualitäten.

Der Artikel von Jolley regt dazu an, bei der Auswahl strukturiert vorzugehen und dabei die eigene berufliche Laufbahn zu beachten. Wer beispielsweise im wissenschaftlichen Bereich bleiben will sollte sich eine Universität mit großem wissenschaftlichen Output und guten Netzwerken aussuchen. Wer nur am Titel interessiert ist und glaubt damit in der Praxis mehr bewirken zu können, der kann sich auch für ein Promotionsprogramm entscheiden, dass noch im Aufbau befindlich ist und das (inter-)national noch weitgehend unbekannt ist.
Auch die Frage einer Promotion im Ausland sind auf der Grundlage der persönlichen Ziele, der zeitlichen und finanziellen Möglichkeiten zu sehen.
Es ist dabei wichtig, sich nicht von Hochglanzbroschüren, guter Medienarbeit und der möglichen Wohnortnähe beeinflussen zu lassen.
Daher gilt: Informieren vorm Studieren!

Zitation des Artikels: Jolley, J. (2007). Choose your doctorate. Journal of Clinical Nursing, 16 (2), 225-233.

Stellenausschreibung Pflegewissenschaft Vallendar

admin am 23. Januar 2007 um 09:33

Wer aus der Pflege kommt, der kennt das Phänomen maximaler Arbeitsverdichtung: Vieles muss unter Zeitdruck und mit begrenzten Ressourcen zu einer optimalen Lösung gebracht werden. Idealisierte Zielvorstellungen bleiben dabei oft auf der Strecke. Das sich dieses Phänomen nun offensichtlich auch in pflegewissenschaftlichen Sphären fortsetzt zeigt eine Stellenausschreibung, die seit einigen Tagen beim DG-Pflegewissenschaft einzusehen ist. Sie wurde ausgewählten Hochschulen zugespielt.

Mit einem Stundenaufkommen von 20 Stunden sollen auf dieser Stelle Drittmittel eingeworben werden, eine Promotion begonnen und/oder vollendet werden, eine Beteiligung an der Lehre sichergestellt werden, der Neuaufbau des Studiengangs organisiert werden und Öffentlichkeitsarbeit betrieben werden. Ausserdem ist die Mitarbeit in der Gremienarbeit erwünscht.
Da ist es gut, dass das Gehalt verhandelbar. Aufgrund der Anforderungen müsste es in Höhe eines C4-Gehaltes liegen.
Man kann gespannt sein, wenn es trifft…..

Professur Pflegewissenschaft an der KFH Freiburg

admin am 21. Januar 2007 um 15:08

Aus gut informierten Kreisen war zu erfahren, dass für die Professur Pflegewissenschaft an der KFH in Freiburg in der letzten Märzwoche 2007 die Probevorlesungen stattfinden. Wer die drei teilnehmenden potentiellen Professorinnen (sic!) sind, wird sicherlich in Kürze zu erfahren sein.

Erfolgreiches HessIP

admin am 8. Januar 2007 um 18:41

Ein Blick auf die Internetseite des hessischen Instituts für Pflegeforschung (http://www.hessip.de/) zeigt für das Jahr 2007 bisher ein Projekt. Herzlichen Glückwunsch! Nachtrag: Ende Februar (Stand 26.02.2007) ist die Anzahl an laufenden Projekte auf vier angestiegen, an denen insgeamt fünf Personen beteiligt sind.  Herzlichen Glückwunsch!

Peer-Review-Verfahren der Pflegezeitschrift

admin am 8. Januar 2007 um 09:10

In den letzten Monate des alten Jahres haben sich eine Vielzahl von Veränderung in der pflegespezifischen Zeitschriften-Landschaft ergeben: Pflege und Gesellschaft wird nun im Juventa-Verlag verlegt, Die Schwester/Der Pfleger hat die DBfK-Zeitschrift “Pflege aktuell aufgenommen” u.v.a.m.
Zu Beginn des Jahres etabliert die Pflegezeitschrift aus dem Kohlhammer-Verlag erstmals ein Peer Review-Verfahren. Wissenschaftliche Artikel müssen demnach von wenigstens zwei Expertinnen oder Experten beurteilt werden. Das ist löblich, denn es sichert die Qualität der Beiträge.
Erfreulich daran ist, dass der Pool an Expertinnen und Experten offen ist, d.h. zukünftig können weitere Pflegewissenschaftler und Pflegewissenschaftlerinnen dazukommen, wenn die eingereichten Beiträge von den bisherigen Experten/Expertinnen nicht adäquat begutachtet werden können. Allein aus der Vielfalt der pflegewissenschaftlichen Themen scheint dies dringend erforderlich.
Ein solches Verfahren ermöglicht die Darstellung breiter Themen und fördert den Austausch in der wissenschaftlichen Szene.

Die Zeitschrift “PRInternet” geht hier andere Wege: Eingereichte Beiträge müssen ein kleines Gremium ausgewählter Wissenschaftler/Wissenschaftlerinnen durchlaufen. Diese kleine Gruppe ist über Jahre stabil, Veränderungen im Reviewer-Pool gibt es nicht, Zuwächse und Abgänge im Expertenpool gibt es nur sehr selten. Über die Auswirkungen kann man nur spekulieren…

Mit der neuen Zeitschrift “Soziale Gerontologie” wird erstmals ein wissenschaftlicher Beirat für eine Zeitschrift eingesetzt, der nur aus Männern besteht. Da zu den geplanten Themen der Zeitschrift auch pflegerische Aspekte gehören, kann man sehr gespannt sein, wie sich die Zeitschrift entwicklen wird.

Assessment-Center in der Pflege

admin am 7. Januar 2007 um 20:51

Gleich in zwei Pflegezeitschriften wird im Monat Januar das Thema “Bewerberauswahl an Pflegeschulen” aufgegriffen. In “Die Schwester/ Der Pfleger” treffen German Quernheim und Michael Sölter aufeinander. Der eine vehemeter Befürworter und Nutznießer - da Anbieter - von Assessment-Centern (AC), der andere Ablehner dieses Auswahlverfahren. Die Argumente von German Quernheim überzeugen und decken sich mit den wissenschaftlichen Befunden zur Personalauswahl in der Pflege.

Michael Sölter zieht zur Ablehnung der ACs ein Zitat aus Wikipedia heran, dass in diesem Zusammenhang aber unbrauchbar ist. Natürlich ist auch das Assessment-Center nicht das Gelbe vom Ei und tatsächlich ist die Konstruktvalidität ein Problem: Die Einführung von Bewertungsdimensionen führt nicht zu einem wirklich differenziertern Urteil.

Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit. Richtig ist auch:

  • Assessment-Center weisen eine höhere Validität auf als das Auswahlgespräch alleine, erlauben also genauere Aussagen über die spätere Eignung
  • Der Mehrwert liegt in der höheren Bewerberzufriedenheit und in der Reflektion der Bewertungsdimensionen
  • Die Qualität des Verfahrens steht und fällt mit der Qualität der vorgelagerten Schritte: z.B. Anwerbung und der Anforderungsanalyse.

Dem rein subjektiven Erfahrungsbericht widersprechen die bisherigen empirisch nachgewiesenen Befunden, die das Verfahren als geeignet erscheinen lassen.
Grundsätzlich ist anzumerken, dass Assessment-Center in der Auswahl von Auszubildenden bisher sehr selten eingesetzt werden. Die letzte Untersuchung im Rahmen einer Diplomarbeit an der KFH-Freiburg von Arthur Pradyzinksi (2002) zeigt eine Häufigkeit von unter 5% aller Pflegeschulen. Catherina Pott kommt einige Jahre zuvor zu ähnlichen Ergebnissen.

Was man hingegen in einigen Pflegeschulen findet, sind multimodale Auswahlverfahren. Hierbei wird das klassische Auswahlgespräch um weitere Module wie Gruppenarbeit, Dikussionen etc. ergänzt. Ein echtes Assessment-Center, das alle wesentlichen Kriterien erfüllt, findet man in der Pflege sehr sehr selten (siehe http://www.arbeitskreis-ac.de/).

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Wer wirklich sein Auswahlverfahren verbessern will, der sollte sich den gelungenen Artikel von Bettina Schank und Olivia Wolf in der Pflegezeitschrift (01/2007) ansehen. Hier werden die einzelnen Schritte verdeutlicht: Erst die Anforderungsanalyse, dann das Auswahlverfahren. Weiterhin wird hier korrekterweise von “multimodaler Auswahl” gesprochen. Ein sehr gelungener Beitrag, der hoffentlich in den Pflegeschulen umgesetzt wird. Weitere Informationen zur Erstellung eines solchen Auswahlverfahrens für Pflegeschulen findet man übrigens bei www.pflegewissenschaft.uni-hd.de

Los gehts: Neues Jahr - neue Impulse

admin am 5. Januar 2007 um 20:12

Die angestaubten Seiten auf www.pflegewissenschaft.org werden jetzt durch ein Blog ersetzt. Mit diesem Blog kann man schneller auf Entwicklungen reagieren und lebt mehr vom Dialog als von der einseitigen Darstellung.

Kommentare sind jederzeit erwünscht.