“Evidenzbasierte Werbung” garantiert patientengerechte Wundversorgung?

In der EXTRA Beilage von “Die Schwester/Der Pfleger” 4/07 werden Ergebnisse von Studien plakativ im Stil von Frauenzeitschriften dargestellt und wirken eher als Werbung für ein Produkt als ernstgemeinte Information. Dass evidenzbasierte Strategien eine patientengerechte Wundversorgung garantieren ist unumstritten. Allerdings ist bei evidenzbasiertem Vorgehen genau zu beschreiben wie das Studiendesign aussah, welche Kriterien herangezogen wurden und wie die Daten zustande gekommen sind. Auf diese Fragen wird in dieser Beilage nicht eingegangen, sondern lediglich auf Web-seiten verwiesen, auf denen die Studien nicht nachgelesen werden können – selbst auf den Seiten des UKE Hamburg sind die “Cvderm Seiten” nur versteckt aus dem Beitrag zu entnehmen und nicht verlinkt. Somit erweckt es den Anschein, als ob die Beilage geschickt verpackte Werbung darstellt. Eine Evidenz für das vorgestellt Behandlungskonzept ist aus meiner Sicht dem Beitrag nicht zu entnehmen. Als DBfK Mitglied, dem die Zeitschrift nun zwangsläufig ins Haus kommt, fühle ich mich mit solchen Werbebeilagen „veräppelt“. Wenn die Informationen und Ergebnisse relevant sind, dann sollten sie doch eher in der Zeitschrift veröffentlicht werden. Evidenzbasiert scheint in diesem Fall eher zu sein, dass Leser aufgrund solcher Beilagen das Produkt unter Umständen unreflektiert einsetzen!

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